Bike-Skitour

Anfang Juni letzten Jahres war ein Teil der Jungmannschaft zum Klettern auf der der Tegernseer Hütte. „Ist die Skitourensaison schon zu Ende?“ fragte ich mir vor der Abfahrt. Das Wetter sah sehr gut aus, Temperaturen mittelwarm und Schnee werde ich schon noch irgendwo finden. Kurzer Hand schrieb ich den Anderen, dass ich nicht mit im Auto anreise. Lieber wollte ich es mal mit dem Zug und Fahrrad ausprobieren, denn mit dem Semesterticket kommt man sowieso fast bis
zum Tegernsee, also warum immer sofort ins KFZ steigen und die Straßen verstopfen. Mit Klettersachen und Skitouren Ausrüstung ist das Fahrrad und der Rucksack dann doch ganz schön schwer geworden, für die Treppen am Bahnhof ging es gerade noch so. Am Münchner HBF gab es dann noch ein „Viel Erfolg und Spaß“ von Frau Rester und ich war in null Komma nix am Tegernsee. Dort angekommen, ging es nur noch mit dem Radl weiter. Zwischendurch erntete ich noch ein paar komische Blicke – „Ist nicht schon Juni?“, „Wo will der denn noch mit den Ski hin?“.

Nach den zwei Tagen Klettern auf der Tegernseer Hütte, ging es für die Anderen wieder nach Hause, für mich erst so richtig los. Nach kurzem Umpacken an den Autos spulte ich wieder mit dem Rad los. Je nach Gelände, musste ich immer mal wieder anhalten, um die Kette auf ein größeres oder kleineres Ritzel zu legen. Den kaputten Umwerfer von Jakobs Fahrrad (Gracias Amigo!) hatte ich vor der Tour weg geschraubt. Über den Achenpass und am Achensee entlang konnte ich dann endlich ins Inntal schießen, wo es im Tal mit deutlich weniger Bremsbelag weiter
nach Innsbruck ging. Zur Abwechslung auf dem Weg dorthin, wurde ich von zwei „netten“ Österreichern angeschissen, weil ich mich nicht bei Ihnen bedankte, dass sie auf dem Fahrradweg (!) mit sechs hässlichen Hunden Platz gemacht haben. Ich nur so: „Jaja, ich muss los, habe Hunger“. Nach einem Burrito vom Laden des Vertrauens und einer Nacht auf dem Sofa ging es am nächsten Tag in Richtung Brenner weiter.

Die Höhenmeter bis ins Valser Tal haben mit dem schweren Fahrrad dann doch mehr Zeit eingenommen als geplant war. Eigentlich wollte ich an dem Tag schon noch auf den Ski stehen, aber ich bin leider nicht über die regnerische Wolkendecke hinweg gekommen. Stattdessen hab ich meine zwei Bier gezischt und Zeitungen gelesen, bis dann endlich dunkel wurde. Als Mitten in
der Nacht ein Gewitter aufgezogen ist, hab ich gemerkt, dass mein Schlafplatz mit Biwaksack eher so semi-gut ist. Die Nacht war dann noch etwas gewittrig und auch kürzer als erhofft, aufstehen war dann auch kein Problem mehr.

Dann musste ich am nächsten Tag die Ski auch noch 2/3 der Tour tragen, denn im Juni liegt ja bekanntlich nicht mehr so super viel Schnee. Die Abfahrt über „Schnee“, Steine, Gras und Bäche war aber sehr witzig. Nach Vennspitze, Rossgrubenkofel und Silleskogel packte ich wieder alles aufs Fahrrad und düste in Rekordzeit nach Innsbruck zurück, dass ich sogar noch vor der Zug-Abfahrt
Kaffee trinken konnte. Auch wenn zu wenig Schnee lag, gelohnt hat es sich trotzdem!